Hauptmenü

Fragen & Antworten

Was ist das Ziel der Open-Access-Bewegung?

Das Ziel der Open-Access-Bewegung ist es, wissenschaftliche Literatur und wissenschaftliche Materialien für alle NutzerInnen rasch, gut auffindbar und kostenlos im Internet zugänglich zu machen.

Worin bestehen die Vorteile von Open Access für WissenschaftlerInnen?

Die Vorteile liegen in der schnellen und umfassenden Verfügbarkeit der Ergebnisse der eigenen wissenschaftlichen Arbeit für die gesamte Scientific Community. Einzige technische und finanzielle Voraussetzung ist der Zugang zum Internet. Genauso schnell und unkompliziert werden die Arbeiten von KollegInnen weltweit zugänglich.

Der rasche und breite wissenschaftliche Austausch, der auch interdisziplinär durch Open Access viel einfacher möglich ist, kann zudem die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit durch die Vereinfachung und Beschleunigung von Fachdiskussionen deutlich verbessern. Die internationale Sichtbarkeit und dadurch steigende Zitationszahlen sind ein wesentliches Argument für Open Access.

Die Verwertungsrechte für die eigene Publikation bleiben bei originären Open Access Publikationen im Gegensatz zu bisherigen Verlagsverträgen bei den AutorenInnen. Damit sind Sie in der Lage, Ihren Artikel in verschiedene Repositorien hochzuladen und dadurch eine noch weitere Verbreitung zu ermöglichen.

Nicht zuletzt trägt die Entscheidung für Open Access zu einer Senkung der Publikations- und damit Forschungskosten bei, da für Open-Access-Zeitschriften einige Kostenstellen, die bei Printzeitschriften anfallen (u.a. Abonnementverwaltung, Mahnwesen, Druckkosten), nicht zum Tragen kommen. Dadurch verlangen Open-Access-Zeitschriften häufig geringere oder gar keine Article Processing Charges bzw. Submission Fees und es werden Mittel für weitere Forschungsvorhaben frei.

Welche Rolle spielt Open Access derzeit in der wissenschaftlichen Kommunikation?

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Open-Access-Zeitschriften etabliert. Von den im Jahr 2011 veröffentlichten wissenschaftlichen Artikeln waren laut Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 21. August 2013 bereits ca. 50 % Open Access zugänglich. Die zugrundeliegende Studie umfasst die Länder der EU, einige EU-Nachbarländer sowie Brasilien, Japan, Kanada und die USA.

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2012 einen Zielwert von 60 % für 2016 festgesetzt. Zahlreiche Staaten wie etwa Großbritannien, Deutschland und Schweden haben es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Open-Access-Publikationen (Gold und Green Open Access) in den nächsten Jahren auf bis zu 100 % zu erhöhen.

Welche Varianten von Open Access gibt es?

Wenn Publikationen von vornherein im Wege des Open Access erscheinen, also in einer Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht werden, spricht man von Gold Open Access. Als Green Open Access bezeichnet man die Selbstarchivierung bzw. Zweitveröffentlichung von bereits in einer Subskriptionszeitschrift publizierten Beiträgen auf einem Repositorium.

Verlage haben die Vorteile von Open Access erkannt und bieten inzwischen auch das Modell Hybrid Open Access an. Dabei können Beiträge aus konventionellen Zeitschriften durch Zahlung einer Gebühr Open Access zugänglich gemacht werden. Jedoch unterstützen viele Fördergeber diese Form von Open Access nicht, da unter Umständen zwei Mal für die Publikationsleistung bezahlt werden muss (sogenanntes „double dipping“).

Wie stehen Fördergeber zu Open Access?

Mittlerweile wird Open Access von verschiedenen Fördereinrichtungen in Österreich und im Bereich der Europäischen Union bereits zur Bedingung für eine Förderung gemacht (FWF, Horizon 2020). Open Access zu publizieren wird also zunehmend notwendig, wenn Fördermittel angestrebt werden.

Sollen/dürfen auch Monografien am Repository der Technischen Universität Graz selbstarchiviert werden?

Ja, auch Monografien sollen am Repository (Dokumentenserver) der Technischen Universität Graz veröffentlicht werden, wann immer dies rechtlich möglich ist. Eine rasche Zugänglichmachung ist auch hier für die Steigerung der Effizienz der wissenschaftlichen Forschung von großer Bedeutung. Zudem spiegeln Monografien einen wichtigen Teil der wissenschaftlichen Leistung der Technischen Universität Graz wider.

Sollen auch Publikationen auf das Repository gestellt werden, die ohnedies Open Access publiziert sind?

Ja, denn das Repository der Technischen Universität Graz ist ein zentraler Ort, an dem möglichst die gesamte wissenschaftliche Leistung der Technischen Universität Graz sichtbar sein soll.

Warum kann es rechtliche Probleme bei der Sekundärpublikation am Repository geben?

Weil AutorInnen sehr oft sämtliche Verwertungsrechte an die Verlage abtreten, in deren Medien die Primärpublikation erfolgt. Dies betrifft insbesondere, aber nicht nur, die Publikation wissenschaftlicher Artikel in Fachzeitschriften. Das Abtreten der Rechte erfolgt oft unwissentlich und bewirkt, dass auch die UrheberInnen der Werke selbst diese nicht mehr nach Belieben verbreiten oder veröffentlichen dürfen. Es wird nachdrücklich empfohlen, bei allen Publikationen darauf zu achten, sich ein Zweitverwertungsrecht zu sichern.

Bei der Sekundärpublikation am institutionellen Repository TU Graz OPEN Library ist die Universität bemüht, ihre Angehörigen in Hinblick auf rechtliche Fragen zu unterstützen. Wenden Sie sich bitte an das Open-Access-Büro der Technischen Universität Graz.

Wie ist es um das Renommee von Open-Access-Zeitschriften bestellt?

Viele Open-Access-Zeitschriften sind Neugründungen und können deshalb noch keinen oder keinen hohen Impact-Factor aufweisen.

Allerdings gibt es bereits zahlreiche Beispiele von Open-Access-Zeitschriften mit sehr hohem Impact-Factor und es gibt einen deutlich positiven Impact-Trend. Letztendlich werden diese Entwicklungen maßgeblich durch die Publikationsentscheidungen von WissenschaftlerInnen bestimmt.

Inzwischen stellen auch immer mehr traditionelle Printzeitschriften auf Open Access um. Diese weisen häufig einen höheren Impact Factor auf als neu gegründete Open-Access-Zeitschriften, da sie ihren bisherigen Impact Factor nach der Umstellung auf Open Access „mitnehmen“. Ein Beispiel ist die Fachzeitschrift „Nucleic Acids Research“, die 2005 auf Open Access umstellte und einen Impact Factor von 9,1 (2014) aufweist.

Worauf sollte man bei der Auswahl einer Open-Access-Zeitschrift achten?

Für alle Open-Access-Publikationen gelten grundsätzlich die gleichen Beurteilungskriterien wie für alle auf traditionellem Wege publizierten wissenschaftlichen Arbeiten. Open-Access-Zeitschriften können z.B. genauso über den Impact-Factor bewertet werden wie Subskriptionszeitschriften (und diese Bewertung sagt ebensowenig über die Qualität der einzelnen Artikel aus). Für Repositorien sind Beurteilungswerkzeuge in Entwicklung, allerdings noch nicht etabliert. Einen Hinweis auf die Dynamik der derzeitigen Entwicklung liefert Thomson Reuters. Im Web of Science werden für den neu eingeführten Data Citation Index Repositorien für die Indexierung evaluiert.

In das Directory of Open Access Journals (DOAJ, doaj.org) werden Open-Access-Zeitschriften, die über eine Qualitätskontrolle verfügen und ihre Artikel sofort nach Erscheinen (ohne Embargozeit) Open Access zur Verfügung stellen, aufgenommen. Inzwischen können dort über 10.000 Open-Access-Zeitschriften recherchiert werden.

Eine Liste von Open-Access-Zeitschriften mit Impact-Factor finden Sie hier.

Eine Liste von bereits als unseriös bekannten Zeitschriften (predatory journals) finden Sie hier.

Wird die Freiheit von WissenschaftlerInnen durch die nachdrückliche Empfehlung von Open Access eingeschränkt?

Die Publikation in Open-Access-Organen ist eine nachdrückliche Empfehlung der Technischen Universität Graz, keine Verpflichtung. Alternativ dazu wird diese Sekundärpublikation (Selbstarchivierung) am universitätseigenen Repository TU Graz OPEN Library ermöglicht, aber auch hier besteht keinerlei Verpflichtung. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass wichtige Fördergeber wie der FWF oder die Europäische Union den Open-Access-Gedanken unterstützen und es hier bereits Verpflichtungen zu Open Access gibt. Doch wird neben dem Golden Way auch der Green Way unterstützt. Letzterer ermöglicht die Primärpublikation in jedem beliebigen Publikationsorgan der eigenen Wahl.

Wo finde ich weitere Informationen und eine Liste von Repositories und Zeitschriften?

In unserer Linkliste finden Sie weiterführende Informationen, Statements und Suchmaschinen für Open Access Repositories und Zeitschriften.

An wen kann ich mich bei weiteren Fragen oder Problemen Open Access betreffend wenden?

Franz Pichler
Technische Universität Graz
Bibliothek und Archiv
Zeitschriftenmanagement, Open Access und Digitalisierung
Technikerstraße 4, A-8010 Graz
Tel: +43 316 873 6677
E-Mail:

Quelle: ULG Projektarbeit von: Mag. Clara Ginther, Mag. Regina Hasiba, Mag. Helga Pietsch, Mag. Melanie Pirker, Mag. Evelyn Zechner-Matscheko